Geschichte des Unternehmens Apollo Vredestein




Emile Louis Constant Schiff wurde am 6. November 1908 Eigentümer der Nederlandse Guttapercha Maatschappij in Delft, dem Vorläufer von Apollo Vredestein. 1909 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Loosduinen und änderte seinen Namen in NV Rubberfabriek Vredestein.

Damals spezialisierte sich das Unternehmen auf verschiedenste Gummiprodukte, darunter Schuhabsätze, Tennisbälle, Bodenbeläge, Stiefel und Hallenfußbälle. Am 13. September 1934 fielen große Teile der Fabrik in Loosduinen einem Feuer zum Opfer. Es wurde umgehend mit dem Wiederaufbau begonnen und noch im selben Jahr konnte eine Fahrradreifenfabrik in Doetinchem eröffnet werden.

1946 wurde die NV Nederlandsch-Amerikaansche Autobanden-fabriek Vredestein zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen B.F. Goodrich in Enschede gegründet. B.F. Goodrich hielt dabei knapp über 20% der Aktien. Ein Jahr später legte Emile Schiff den Grundstein für das Werk in Enschede. Das Wachstum des Unternehmens nahm 1962 durch die Fusion mit N.V. Rubberfabrieken Hevea in Raalte an Fahrt auf. 1971 ging das Unternehmen in den alleinigen Besitz von B.F. Goodrich über, und Vredesteins Produkte fanden schnell ihren Weg in 125 verschiedene Länder.

Unter dem Einfluss der Globalisierung konzentrierte sich die Marke Vredestein in den 70er Jahren zunehmend auf Reifen für Pkws, die Landwirtschaft und die Industrie sowie auf Reifen für Zweiräder. Die Ölkrise hatte in diesen Jahren viele Fusionen in der Reifenindustrie zur Folge. 1976 übernahm der niederländische Staat 49% der Aktien von Vredestein, zwei Prozent bekam die "Stichting tot Voortzetting van Vredestein"  (Stiftung für das Weiterbestehen von Vredestein). Die übrigen 49 % der Anteile verblieben zunächst im Besitz von B.F. Goodrich und wurden später für einen symbolischen Betrag von der Stiftung übernommen.

Anfang der 90er Jahre wurde das Unternehmen vom Staat an drei niederländische Investoren veräußert. 1995 legte ein neuer Strategieplan detailliert fest, wo Vredestein in zehn Jahren im Hinblick auf Produktentwicklung, Image, Preisgestaltung und Vertrieb positioniert sein soll.

Nach diesen Entwicklungen wurde in den späten 90er Jahren eine einzigartige Zusammenarbeit mit dem italienischen Designer Giorgetto Giugiaro begonnen. Giugiaro, der 1999 von der weltweiten Kfz-Fachpresse zum Automobildesigner des Jahrhunderts erklärt wurde, ist bekannt für Entwürfe wie den Volkswagen Golf I, BMW M1, Maserati 3200 GT und Alfa Romeo Brera. Für Vredestein stellt diese Partnerschaft einen völlig neuen Schritt im Markenerlebnis dar, durch den die hochwertigen Reifen von Vredestein die Signatur eines italienischen Meisterdesigners erhalten.

2009 wurde Vredestein vom indischen Unternehmen Apollo Tyres Ltd übernommen und das Unternehmen in Apollo Vredestein BV umbenannt. Der Großteil der Produktion ist nach wie vor in Enschede angesiedelt und beträchtliche Investitionen in den letzten Jahren haben die Produktkapazität in den Niederlanden weiter vergrößert.
Mehr als sechs Millionen Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen werden jedes Jahr in Enschede gefertigt, darüber hinaus werden dort zusätzlich zur Produktion in Indien eine Vielzahl hochwertiger Reifen für die Landwirtschaft hergestellt. Reifen für Zweiräder und Industrieanwendungen werden durch spezialisierte Firmen in Ostasien hergestellt. Des Weiteren hat sich dank der Übernahme durch Apollo Tyres Ltd für Vredestein der Zugang zu den Märkten in Asien sowie im nahen und mittleren Osten weiter verbessert.

Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 1700 Mitarbeiter und es ist mit insgesamt 14 Vertriebsorganisationen in 18 Ländern in Europa, den USA und Kanada sehr gut vertreten.

Kontakt | Sitemap | Haftungsausschluss | Copyright © 2012. Apollo Vredestein B.V. Alle Rechte vorbehalten.